Recht   23.3.2020

Wer braucht eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung?

Ein Rechtsstreit gehört zu den unangenehmsten Zwischenfällen in der Selbstständigkeit – eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung kann dann die schlimmsten finanziellen Risiken abfedern. Klopfen wir mal auf Holz, dass es gar nicht soweit kommt! Doch für manche Berufsgruppen ist die gewerbliche Rechtsschutzversicherung tatsächlich angebracht – wir sagen dir, welche das sind.


  1. Was ist die gewerbliche Rechtsschutzversicherung?
  2. Wer braucht eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung?
  3. Welche Kosten deckt die Rechtsschutzversicherung ab?
  4. Welche Arten des gewerblichen Rechtsschutzes gibt es?
  5. Brauchst du für dein Business eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung?

Was ist die gewerbliche Rechtsschutzversicherung?

Die gewerbliche Rechtsschutzversicherung ist eine Art Sicherheitsnetz für deine Selbstständigkeit, die im Fall eines Rechtsstreits anfallende Kosten übernimmt. Das kann zum Beispiel das Honorar für deinen Anwalt betreffen oder auch Kosten für den Prozess. Gewerbliche Rechtsschutzversicherungen decken ausschließlich die Kosten ab, die direkt mit deiner selbstständigen Tätigkeit in Zusammenhang stehen.

gewerbliche Rechtsschutzversicherung

Wer kein Jurist ist, tut sich mit Rechtsfragen schwer. Selbstständige sollten deswegen auf die gewerbliche Rechtsschutzversicherung zurückgreifen. (Bild © pexels.com)

Wer braucht eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung?

Die Art deiner Selbstständigkeit oder die Rechtsform deines Unternehmens ist zweitrangig: Wer in Kontakt mit Geschäftspartnern oder Kunden steht – und das trifft auf alle Selbstständigen zu -, kann sich mit diesen Geschäftskontakten eines Tages uneinig sein. Das kann bei einer Auftragsabwicklung passieren oder bei einer offenen Rechnung. Selbstständige aller Art einschließlich Freiberufler sind gut beraten, eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung abzuschließen, damit sie im Fall der Fälle nicht auf Anwalts- oder Prozesskosten sitzen bleiben.

Welche Kosten deckt die Rechtsschutzversicherung ab?

Folgende Kosten übernimmt die Rechtsschutzversicherung (in der Regel):

  • die juristische Erstberatung
  • Anwaltskosten während des Rechtsstreits
  • Kosten für einbezogene Sachverständige oder Gutachter
  • Zeugengeld
  • Im eher seltenen Fall, dass ein Unternehmer im Ausland verhaftet wird und nur auf Kaution wieder auf freien Fuß kommt, streckt die Rechtsschutzversicherung möglicherweise diese Kaution vor – es muss sich allerdings auch hier um eine Verhaftung drehen, die in direktem Zusammenhang mit der unternehmerischen Tätigkeit des Verhafteten steht.

Welche Arten des gewerblichen Rechtsschutzes gibt es?

Die verschiedenen Versicherungsgesellschaften bieten unterschiedliche Versicherungspakete an; je nach Berufsgruppe sind unterschiedliche Versicherungsschwerpunkte natürlich sinnvoll.

  • Firmenrechtsschutz:
    Das ist normalerweise die Basis jeder gewerblichen Rechtsschutzversicherung, die übliche Anwalts- und Prozesskosten im geschäftlichen Zusammenhang übernimmt. Im Regelfall (Versicherungspolice vor Abschluss gut prüfen!) ist hier auch ein  Steuerrechtsschutz (bei Streitigkeiten mit dem Finanzamt) inklusive.
  • Arbeitssrechtsschutz:
    Arbeitgeber können sich gezielt gegen Streitigkeiten mit ihren Arbeitnehmern absichern, falls es zum Beispiel bei Abmahnungen oder Kündigungen zum Rechtsstreit kommt.
  • Gewerblicher Verkehrsrechtsschutz:
    Ein Zusatzpaket, das für alle Unternehmen interessant ist, die Dienstwagen unterhalten. Für Speditionen und Fahrgastunternehmen aller Art ist eine gewerbliche Verkehrsrechtsschutzversicherung obligatorisch.
    Gewerblicher Immobilienrechtsschutz:
    Ob es eigene Immobilien sind, die du vermietest, oder ob du selbst Immobilien anmietest – falls es im Zusammenhang mit gewerblichen Immobilien zum Streit kommt, kann diese Versicherung hilfreich sein.

Brauchst du für dein Business eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung?

Mit Versicherungen ist es oft wie mit Regenschirmen: Trägt man einen bei sich und es scheint den ganzen Tag die Sonne, fragt man sich, wozu man sich die Mühe gemacht hat. Lässt man den Regenschirm das nächste Mal zu Hause, wünscht man ihn sich bitterlich herbei, wenn man erst mal im Regen steht. Zu Uneinigkeiten kann es jederzeit kommen, vielleicht kommt es aber auch nie zu einer. Aber wenn es erst einmal soweit ist, können Anwalts- und Prozesskosten ein großes finanzielles Risiko sein.

Es ist zweifellos eine Typfrage, ob du eher vorsichtshalber einen Regenschirm bei dir trägst oder nicht. Vielleicht kann folgende Faustregel dir bei der Entscheidung helfen: Je mehr Geschäftskontakte du hast, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es mit einem davon mal zum hässlichen Streit kommt.

Verwandte Artikel

Das könnte dich auch interessieren

Finanzen

Wer ist vorsteuerabzugsberechtigt?

Vorsteuerabzugsberechtigt sind die Unternehmen, die selbst Umsatzsteuer erheben und an das Finanzamt weiterleiten. Vom Vorsteuerabzug ausgenommen sind also Firmen und …
Finanzen

Selbstständig im Ruhestand – auf was Rentner achten müssen

Wer heute seine Altersrente antritt, ist oft voller Pläne und Ideen. Offiziell könnte das Erwerbsleben jetzt vorbei sein. Das muss allerdings …
Konzentriert im Homeoffice arbeiten - wie geht das?
Organisation

Konzentriert im Homeoffice arbeiten – wie geht das?

Wer zu Hause arbeitet, wird den ganzen Tag abgelenkt und kommt zu nichts – was steckt hinter diesem Vorurteil? Kann …

Privat: Billomat 30 Tage kostenlos testen

Mit der Anmeldung akzeptierst du die AGB.

Newsletter
Newsletter
Kontakt
Folge uns
Deine Einstellungen zu Cookies für diese Website:

Wähle selbst aus, welcher der nachfolgenden Cookies die Website verwenden darf. Du kannst diese Einstellungen jederzeit wieder über unsere Datenschutzbestimmungen ändern.

Ändere Deine Cookie-Einstellungen mit dem Schieberegler:
Notwendig
Notwendig
Statistik
Statistik
Komfort
Komfort
Targeting
Targeting