Finanzen   07.11.2018

Wer ist vorsteuerabzugsberechtigt?

Vorsteuerabzugsberechtigt sind die Unternehmen, die selbst Umsatzsteuer erheben und an das Finanzamt weiterleiten. Vom Vorsteuerabzug ausgenommen sind also Firmen und Freiberufler, die als Kleinunternehmer nach §19 Umsatzsteuergesetz auftreten.

vorsteuerabzugsberechtigt

Wenn du ein Kleinunternehmen nach §19 UStG betreibst, bist du (leider) nicht vorsteuerabzugsberechtigt. (Bild © picjumbo.com)

Was ist die Umsatz- alias Mehrwertsteuer?

Umsatz- und Mehrwertsteuer sind zwei Begriffe für dieselbe Steuerart. Verbraucher kennen diese Steuer unter dem Namen Mehrwertsteuer, während in der Geschäftswelt eher der Begriff  Umsatzsteuer üblich ist. Diese Steuer fällt überall da an, wo Wertsteigerungen und Verkäufe stattfinden oder eine Dienstleistung in Rechnung gestellt wird.

Mit dieser Steuer ist der Staat an jedem Warenverkauf oder jeder Rechnung für erledigte Arbeit beteiligt. Unternehmen sind verpflichtet, dieses Steuern an die Finanzbehörden abzuführen. Deshalb müssen sie die anfallenden Steuern in der Rechnung ausweisen und z.B. nach Steuersätzen aufschlüsseln. Es gibt im Umsatzsteuergesetz mehrere Steuersätze je nach Art der Ware oder Dienstleistung kommen zu dem Rechnungsbetrag zum Beispiel 7% oder 19% hinzu.

Beispiel: 

Svenja kauft in einem Elektronikgeschäft einen neuen Router. Der Rechnungsbetrag ist aufgeschlüsselt in:

  • Nettorechnungbetrag: 125,21 Euro,
  • die darauf mit einem Steuersatz von 19% anfallende Mehrwertsteuer von 23,78€
  • und den zu zahlenden Brutto- bzw. Endpreis von 149,00 €.

Ein privater Endverbraucher oder ein Kleinunternehmer zahlt den Rechnungsbetrag voll, inklusive der Umsatzsteuer. Hätte Svenja den Router zu privaten Zwecken gekauft, wären die 149 Euro auch ihr Endpreis. Aber Svenja braucht den Router beruflich: Sie ist selbstständige Programmiererin und vorsteuerabzugsberechtigt. Darum bewahrt sie den Kaufbeleg auf, um ihn bei der Vorsteuer und später in ihrer Umsatzsteuer- und Einkommenssteuererklärung geltend zu machen.

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Was bedeutet vorsteuerabzugsberechtigt?

Beim Vorsteuerabzug geht es darum, gezahlte Umsatzsteuer gegen die vereinnahmte Umsatzsteuer zu verrechnen. Die Logik dahinter: Die Umsatzsteuer ist eine Steuer, die der Verbraucher auf die Wertsteigerung zahlt. Die Unternehmen, die mit einer Ware handeln, sie weiterverarbeiten und aufwerten sind nur die Zwischenstation. Deshalb sind Unternehmen und Selbstständige vorsteuerabzugsberechtigt.

Ist der Rechnungsempfänger selbst Unternehmer und die Rechnung geht an das Unternehmen, so kann er Vorsteuer ziehen. Ein Selbstständiger zahlt dabei zunächst den Rechnungsbetrag inklusive Umsatzsteuer an den Rechnungssteller. Später kann er sich aber die dabei gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurück holen. Das passiert über den Vorsteuerabzug. Und deshalb heißt es, dass Umsatzsteuer bei Unternehmen ein durchlaufender Posten ist. Zwar zahlen Firmen Umsatzsteuer an ihre Lieferanten, sie bekommen sie aber vom Finanzamt erstattet.

Eine Ausnahme stellen die Kleinunternehmer dar. Sie sind nach §19 UStG von der Umsatzsteuer befreit und agieren daher wie Endverbraucher, sind also nicht vorsteuerabzugsberechtigt.

Vorsteuerabzug bei der Umsatzsteuervoranmeldung

Wer Umsatzsteuer erhebt und vorsteuerabzugsberechtigt ist, macht regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen und füllt einmal im Jahr eine Umsatzsteuererklärung aus. In den Umsatzsteuervoranmeldungen fragt das Finanzamt nicht nur die eingenommene Umsatzsteuer ab. In den Meldebogen trägt ein Unternehmer auch die Beträge ein, die er selbst als Umsatzsteuer an Dritte gezahlt hat. An das Finanzamt abführen, muss er nur die Differenz aus den Beträgen. Die Differenz kann aber auch negativ sein. Standen große Anschaffungen an oder gab es in einem Quartal nur geringe Umsätze, dann kommt es vor, dass das Finanzamt Beträge direkt rückerstattet.

Vorsteuerabzug am Beispiel:

Svenja, die selbstständige Programmiererin, hat im 4. Quartal 2017 einen Netto-Umsatz von 25.000 Euro erreicht. Darauf fallen 19% Umsatzsteuer an. Svenjas Kunden haben ihr also zusätzlich 4.750 Euro Umsatzsteuer gezahlt. Dieses Geld muss sie an das Finanzamt abführen. Aber da ist noch der Vorsteuerabzug, denn Svenja hat im Laufe dieses Quartals auch Ausgaben gehabt. Unter anderem hat sie den oben erwähnten Router gekauft. Sie brauchte außerdem beruflich ein neues Notebook, hatte unter anderem Telekommunikations- und Bürokosten, hat ein Fachbuch gekauft und ein Abo für eine Fachzeitschrift bezahlt. Das Buch und das Zeitschriftenabo werden mit 7% Umsatzsteuer belegt, auf die anderne Leistungen hat sie 19% Umsatzsteuer gezahlt. Svenjas Betriebsausgaben für das Quartal belaufen sich auf insgesamt 7320 Euro brutto. Darin enthalten sind aber insgesamt 1152 Euro Umsatzsteuer. So viel Umsatzsteuer hat Svenja also bereits bezahlt. Nun wird im Zuge der Umsatzsteuervoranmeldung diese bereits gezahlte Umsatzsteuer gegen die eingenommene verrechnet:

4.750 Euro – 1.152 Euro = 3.598 Euro. Svenja führt also für das 4. Quartal 2017 nach Vorsteuerabzug 3.598 Euro an das Finanzamt ab.

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