Recht   09.3.2018

Wie wirkt sich das neue Datenschutzrecht auf Online Marketing aus?

Datenschutz-Grundverordnung DSGVO – Herausforderung für Unternehmen

Datenschutz ist ein hohes Gut. Um dem Anspruch des Schutzes persönlicher Daten nachzukommen, hat die Europäische Union die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erarbeitet. Die im Mai 2018 in Kraft tretende Verordnung zum Datenschutzrecht bringt Neuerungen in der Erfassung, Verwendung und Archivierung von Kundendaten mit sich. Die Neuerungen stellen Unternehmen vor Herausforderungen in der Neugestaltung ihres Online Marketing.

Datenschutzrecht

Datenschutzrecht – wie wirkt sich das auf´s Online Marketing aus?

Die DSGVO – Datenschutzrecht auf europäisch

Die Datenschutz-Grundverordnung schafft eine allgemein gültige Basis für das Datenschutzrecht in der EU und im europäischen Wirtschaftsraum. Die Verordnung schützt die personenbezogenen Daten von Bürgern, indem sie Unternehmen, die Daten erheben, besondere Sorgfaltspflichten auferlegt. Zu den personenbezogenen Daten gehören sämtliche Daten einer Person, wie Name, Adressdaten, Fotos, E-Mail-Adressen, Beiträge in facebook oder Twitter, Bankdaten, medizinische Daten sowie IP-Adressen. Dabei unterscheidet das Datenschutzrecht nicht zwischen privaten, öffentlichen oder beruflichen Daten.

Neuerungen im Datenschutzrecht – neue Rechte der Person

Die zentralen Neuerungen, die die Grundverordnung zum Datenschutz enthält, betreffen folgende Bestandteile der Datenverarbeitung:

  • Zustimmung
  • Zugangsrecht
  • Recht auf Vergessen
  • Datenübertragung
  • Informationsrecht
  • Recht auf Berichtigung
  • Einschränkungsrecht
  • Einspruchsrecht
  • Benachrichtigungsrecht

Zustimmungsrecht

Die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen darf nur noch mit eindeutiger Zustimmung erfolgen. Die Zustimmung muss mit einer Erklärung und einer aktiven Bestätigung erteilt werden.

Zugangsrecht

Das Zugangsrecht erlaubt es Personen, auf erhobene Daten zurückzugreifen und eine kostenlose digitale Bereitstellung zu verlangen.

Recht auf Vergessenwerden

Das Recht auf Vergessenwerden ist ein Recht auf den Entzug von Daten, die auf Verlangen gelöscht werden müssen.

Datenübertragungsrecht

Die Datenübertragung sichert einen Transfer von Daten auf einen anderen Serviceanbieter.

Informationsrecht

Das Informationsrecht verlangt, dass vor einer Sammlung von Daten die betroffenen Personen informiert werden müssen. Personen müssen der Erfassung von Daten ausdrücklich zustimmen.

Recht auf Berichtigung

Einzelpersonen können eine Berichtigung von Daten verlangen.

Einschränkungsrecht

Die Weiterverarbeitung von Daten kann durch betroffene Personen untersagt werden.

Einspruchsrecht

Ein Einspruchsrecht ermöglicht es Personen, der Verwendung und dem Marketing zu widersprechen.

Benachrichtigungsrecht

Kommt es zu einer Verletzung von Datensicherheit, dann muss ein Unternehmen sämtliche betroffenen Personen innerhalb von 72 Stunden informieren.

Datenschutzrecht – Folgen für Unternehmen

Unternehmen innerhalb der EU müssen die Richtlinien des verbesserten Datenschutzes umsetzen. Da Kunden das Recht haben, ihre Zustimmung zur Datenerhebung jederzeit zu widerrufen, müssen Unternehmen mehr Zeit und Arbeit in die Pflege ihrer Kundendatenbank investieren. Da die Zustimmung erst dann als gültig erachtet wird, wenn sie auch erneut bestätigt wird, steigt der Bearbeitungsaufwand für Unternehmen erheblich. Die Nachweispflicht von Zustimmung und Bestätigung legt Unternehmen, die Online Marketing betreiben darüber hinaus eine Pflicht zur Archivierung der Abfrageprozesse auf. Die bisher ausreichende Opt-Out-Option für die Zustimmung zur Datenverarbeitung reicht mit der neuen Verordnung ebenso nicht mehr aus wie der Anhang eines Haftungsausschlusses.

Online Marketing im neuen Datenschutzrecht

Die Neuerungen wirken sich vor allem auf das Online Marketing aus.  Sämtliche relevanten Prozesse, Anwendungen, Formulare und Mechanismen zur Erhebung und Sammlung von Kundendaten müssen auf die neuen Anforderungen eingestellt werden.

Double-Opt-in

Um die Vorgabe Double-Opt-in umzusetzen, müssen inhaltliche und technische Bestandteile des Online Marketings entsprechend neu angepasst werden. Denn Kunden, die Informationen erhalten möchten und sich für den Bezug eines Newsletters anmelden, müssen jetzt nicht mehr nur ein Formular ausfüllen oder ein Häkchen setzen. Vielmehr müssen sie ihre Anforderung in einer weiteren E-Mail bestätigen.

Nachweis

Unternehmen müssen gemäß der neuen Richtlinie nach der Kündigung eines Newsletterbezugs nachweisen, dass sie ursprünglich eine Zustimmung vom Kunden erhalten hatten. Sämtliche gespeicherten Daten brauchen hierfür einen Prüfpfad mit Zeitstempel und Berichtsdaten. Die Daten müssen anzeigen, welchem Vorgang der Kunde auf welche Weise zugestimmt hat.

Marketinglisten

Auch der Kauf von Marketinglisten ist erschwert. Denn Unternehmer tragen die Verantwortung, eine ordnungsgemäße Zustimmung auch von Personen auf Listen anzufordern.

Sammlung von Kundendaten

Der freiwillige Austausch von Daten bei einem persönlichen Treffen erlaubt nicht mehr die Aufnahme in eine Mailingliste.

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