Finanzen   15.8.2018

Zusammenfassende Meldung: Meldung und Abgabefristen

Berichterstattung beim Finanzamt

Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit über die Grenzen Deutschlands hinaus und innerhalb der EU ausüben, unterliegen der Pflicht zur so genannten zusammenfassenden Meldung. Die zusammenfassende Meldung legt die innergemeinschaftlichen Umsätze eines Unternehmens regelmäßig gegenüber dem Finanzamt offen.

  1. Was ist die zusammenfassende Meldung (ZM)?
  2. Wozu dient die ZM Regelung?
  3. Wer ist verpflichtet, eine zusammenfassende Meldung abzugeben?
  4. Was muss die zusammenfassende Meldung enthalten?
  5. Wann sind die Fristen für die zusammenfassende Meldung?
  6. Welche Formulare gibt es für die zusammenfassende Meldung?

zusammenfassende Meldung

Die zusammenfassende Meldung legt die innergemeinschaftlichen Umsätze eines Unternehmens gegenüber dem Finanzamt offen. (Bild © picjumbo.com)

Was ist die zusammenfassende Meldung (ZM)?

Die zusammenfassende Meldung (ZM) ist ein Bericht gegenüber dem Finanzamt, in dem ein Unternehmen sämtliche Umsätze meldet, die es innerhalb der Europäischen Union erzielt hat. In Deutschland ansässige Unternehmen, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in andere Mitgliedsstaaten der EU ihre Waren liefern oder ihre Leistungen erbringen, sind verpflichtet, regelmäßig eine zusammenfassende Meldung abzugeben. Der Hintergrund für die ZM-Regelung ist eine Verbesserung der Kontrolle über die Umsatzsteuerzahlungen innerhalb der EU. Die zusammenfassende Meldung ist im Umsatzsteuergesetz durch den geregelt.

Der Wegfall der Binnengrenzen innerhalb der Europäischen Union führte zur Abschaffung der Einfuhrumsatzsteuer im europäischen Handelsraum. Die Umsätze von Unternehmen aus innergemeinschaftlichen Geschäftsaktivitäten sind von der Umsatzsteuer befreit und unterliegen dem so genannten Reverse-Charge Verfahren. 

Was bedeutet Reverse-Charge?

Das Reverse-Charge Verfahren dreht die Umsatzsteuerschuld um. Bei Geschäften innerhalb von Deutschland hat der liefernde Unternehmer die Pflicht, Umsatzsteuer von seinen privaten und gewerblichen Kunden zu erheben. Der Kunde bezahlt die Umsatzsteuer in Form der Mehrwertsteuer aus seiner Rechnung an den Lieferanten aus, der diese an das Finanzamt abführt. Im Reverse-Charge Verfahren erhebt nicht der Unternehmer die Umsatzsteuer von seinem gewerblichen Kunden im Europäischen Ausland. Er stellt seine Rechnung ohne Mehrwertsteuer aus. Vielmehr muss der gewerbliche Kunde im EU Ausland die Umsatzsteuer in Höhe des dort gültigen Umsatzsteuersatzes an sein zuständiges Finanzamt abführen.

Wozu dient die ZM Regelung?

Um die Steuereinnahmen für die Länder innerhalb der Europäischen Union bei Länder übergreifendem Handel zu sichern, wurde die zusammenfassende Meldung als Kontrollinstrument eingeführt. Im Zuge der regelmäßigen zusammenfassenden Meldung meldet jeder mit dem EU Ausland handelnde Unternehmer seine innergemeinschaftlichen Umsätze an sein zuständiges Finanzamt. In der Folge können die Finanzämter innerhalb der EU durch Abgleich der zusammenfassenden Meldungen überprüfen, ob ihre Steuerpflichtigen die erforderlichen Umsatzsteuerzahlungen im Rahmen des Reverse-Charge Verfahrens gemeldet und ausgeführt haben. 

Wer ist verpflichtet, eine zusammenfassende Meldung abzugeben?

Jeder Unternehmer, der mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt, ist verpflichtet, eine zusammenfassende Meldung bei seinem zuständigen Finanzamt abzugeben:

  • Innergemeinschaftliche Warenlieferungen ohne Umsatzsteuererhebung 
  • Lieferungen im Rahmen von innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften
  • grenzüberschreitende Leistungen an Unternehmer im Rahmen des Reverse-Charge Verfahrens

Ausnahmen

Umsatzsteuerliche Kleinunternehmer haben keine Verpflichtung, eine zusammenfassende Meldung abzugeben. 

Innergemeinschaftliche Warenlieferung

Zu den innergemeinschaftlichen Warenlieferungen gehören Waren, die in ein EU Ausland transportiert oder verschickt werden. Der Kunde ist ein Unternehmer oder eine juristische Person, der die Lieferung für sein Unternehmen verbraucht. Deine Ware unterliegt am Lieferort der dortigen Umsatzsteuer, die vom Käufer abgeführt werden muss. 

Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte

Beim innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäft schließen drei Unternehmer aus jeweils einem anderen Land der EU ein Geschäft ab. Die Ware wird dabei unmittelbar vom Erstlieferer in einem EU Land an den Letztabnehmer, der in einem anderen EU Land ansässig ist, geliefert und durch eines der beteiligten Unternehmen selbst transportiert. 

Sonstige Leistungen

Leistungen, die für Unternehmen erbracht werden, die im EU Ausland ihren Sitz haben und die über eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verfügen, werden vom Leistungsempfänger versteuert. Dieser schuldet mit dem Erhalt der Leistung die an seinem Unternehmenssitz gültige Umsatzsteuer gegenüber dem dort zuständigen Finanzamt. Das liefernde Unternehmen hingegen muss seinem Finanzamt eine zusammenfassende Meldung über seinen Umsatz melden. 

Was muss die zusammenfassende Meldung enthalten?

Folgende Informationen musst Du in Deiner ZM an das Finanzamt übermitteln:

  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Deiner Kunden
  • Datum von Lieferung oder Leistung
  • Meldezeitraum
  • Umsätze aus innergemeinschaftlichen
    – Lieferungen
    – Dreiecksgeschäften
    – sonstigen Leistungen

Wann sind die Fristen für die zusammenfassende Meldung?

Die ZM ist unabhängig von der Umsatzsteuervoranmeldung und ihren Fristen zu erstellen. Für sie gelten eigene Termine und Fristen. 

Meldezeitraum

Grundsätzlich müssen zusammenfassende Meldungen für den Meldezeitraum von drei Monaten abgegeben werden. Ein monatlicher Meldezeitraum entsteht, wenn der Umsatz pro Vierteljahr mehr als 50.000 Euro beträgt. 

Stichtag

Die zusammenfassende Meldung muss bis zum 25. Tag nach Ablauf des Meldezeitraums erfolgen.

Keine Meldung

Erzielt Dein Unternehmen keine Umsätze innerhalb eines Meldezeitraums, dann brauchst Du keine zusammenfassende Meldung abzugeben. 

Welche Formulare gibt es für die zusammenfassende Meldung?

Zunächst gilt, dass die Angaben im Umsatzsteuer-Formular mit denen der zusammengefassten Meldung übereinstimmen müssen. Sie können lediglich über Zugänge des , des und über das Elster-Formular überliefert werden. Auch möglich ist es, die zu meldenden Daten erst offline in csv-Dateien zu erfassen und danach in eines der Online-Formulare zu übermitteln.

Diskussion

2 comments

  1. 18. Februar 2019 am 15:23

    Liebes Billomat-Team, die Schweiz hat sich dem Reverse Charge angeschlossen. Muss ich für Leistungen an ein dort ansässiges Unternehmen eine Zwischenmeldung erstellen? Bzw. in welches Feld muss ich bei der Umsatzstuervoranmeldung meinen Umsatz mit einem Kunden aus der Schweiz (journalistische Dienstleistung) eintragen. Viele herzlichen Dank!!!!

    • 19. Februar 2019 am 17:48

      Hallo Stefanie,

      leider dürfen wir Dir hier, aus rechtlichen Gründen, keine individuelle Beratung geben.
      Unser Supportteam unterstützt dich aber gerne bei der Einrichtung von Billomat. Hier kannst Du uns Mo-Fr von 8:00h bis 17:00h erreichen: +49 911 – 148861570

      Viele Grüße
      Julia von Billomat

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